Erste Besiedlungen


Die Goldbergbebauung beginnt, nachdem der Bergrücken Jahrhunderte lang freilag, mit dem Bau der Bezirksschule im Jahr 1929 - dem heutigen Goldberggymnasium.


Es folgt die Kriegsopfersiedlung im Jahr 1937, einfache kleine ein- bis zweigeschossige freistehende Wohnhäuser mit 600 Quadratmeter großen Selbstversorger-Gärten.


In den letzten Kriegsjahren wurden noch Schutzstollen für Daimler-Mitarbeiter in den Berg gegraben.


1950 wurde auf dem Goldberg der Wasserhochbehälter gebaut, der für Stadt und Daimler von enormer Wichtigkeit war.

 

Flucht und Vertreibung
Die eigentliche Bebauung begann im Jahr 1951 am nördlichen Goldbergfuß und wuchs bis 1956 an der Goldmühlestraße, Sachsenstraße, Gotenstraße mit drei- bis viergeschossigen Mehrfamilienhäusern, flach geneigten Satteldächern, typischen Teppichklopfstangen und den Wäschetrockenplätzen in den knapp bemessenen Abstandsflächen.

Allen Unterlagen der Sitzungsprotokolle ist der Druck, Wohnungen zu bauen und Menschen aus Flucht und Vertreibung aufzunehmen, noch zu spüren.

 

Im Landkreis Böblingen waren beispielsweise 22.000 Ostflüchtlinge aufzunehmen (die Stadt wuchs mit 8 Prozent Bevölkerungszuwachs).


Parallel entstanden von ersten Besserverdienenden am sonnigen Goldberg Süden mit Sicht nach Böblingen an der Blumenmahdenstrasse wenige Villen der Nachkriegszeit.


Im westlichen Teil des Goldbergs entstehen zu dieser Zeit Ein- und Zweifamilienhäuser höheren Standards mit großzügig zugeschnittenen Grundstücken.

 

 

Der Goldberg hat aber noch keine Gesamterschließung.

 

 

Dies soll sich mit dem ersten Spatenstich zur Bebauung des oberen Goldberges im Jahr 1954 ändern.

 

 

 

 

40 Meter über dem Goldbach erstreckt sich das kleine Plateau des Goldbergrückens mit dem Goldberger Wasserturm.

 

 

 

 

Vom Turm aus lässt sich das Bebauungsmuster des Goldbergstadtteiles studieren:

Seien es die gedrängten Reihen- und Doppelhäuser am nördlichen Goldbergfuß – oder die 4-geschossige Zeilenbebauung mit den ersten Eigentumswohnungen auf dem östlichen Goldberg (Anfang 1960).

 

Oder die - bis zu 8-geschossigen Bauten im mittleren und nordöstlichen Teil, die erheblich zur - Verdichtung des Stadtteiles beigetragen haben (Ende 1960).

 

Oder die gut durchgrünten - Geschossbauten um den Berliner Platz, die über die Dresdner- Goldmühlestrasse im Norden und von der Waldenburger- Eschenbrünnlesstraße im Süden erschlossen werden.

 


Einkauszentrum Berliner Platz
Auf dem westlichen Bergrücken reihen sich öffentliche Einrichtungen von West nach Ost:

das Goldberggymnasium,

die katholische Kirche St. Maria (1972),

der Kindergarten Goldberg/Weimarer Str (1959/60),

die Realschule Goldberg (1970/71),

die Grund- und Hauptschule Goldberg (1959),

die evangelische Kirche (1967)

Berliner Platz (1967) 

Goldbergturm (1954)

 

1967 entsteht der Berliner Platz, ein Schmuckstück: "Er gibt dem Goldbergzentrum ein hervorragendes Aussehen und ist mit sehr viel Geschmack gestaltet," so die Sindelfinger Zeitung am 14. Juni 1967.

 

 

Am Goldbach
Was den Goldberg aber von den anderen Stadtteilen unterscheidet, ist nicht nur seine besondere Topographie, sondern auch seine Lage an der Grünachse des Goldbaches, der von Ost nach West fließt und in seinen Talwiesen Kleingärten und die Volieren des Vogel- und Geflügelzuchtvereines aufgenommen hat. Beide Vereinsanlagen haben bereits ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert.

 

Aus dem Gemeinderatsprotokoll heißt es: "die Gerätehäuser sollen abgepflanzt werden". Nur kleine Gerätehütten sollten ursprünglich möglich sein, eine Pufferzone zum Gewerbegebiet von 40 Meter Breite sollte es werden, Angst vor Verwahrlosung wurde geäußert und es sollte eine Verbindung zum Naturfreundehaus entstehen.


Über 30 Jahre später erstreckt sich eine mehr als attraktive Anlage im Goldbachtal. Die Einbindung in die Gesamtanlage wirkt organisch und selbstverständlich und die Verbindung zum Naturfreundehaus ist ebenfalls möglich. Also kurzweilige Naherholung vor der Haustür, mit verkehrsfreier Anbindung zur Stadtmitte und in den Glemswald.

 

 

Landesgartenschau
Fehlt nur der Abzweig auf den Goldberg. Diesen zu gestalten über den Nordhang zum Wasserturm, war auch der Aufhänger zur Bewerbung der Städte Böblingen und Sindelfingen zu einer gemeinsamen Gartenschau in den 80iger Jahren.

In Böblingen sollte die Fläche zwischen den Sportanlagen und dem Waldstück Gütle zur Parkanlage umgestaltet werden.

 

Die Verbindung über Autobahn und S-Bahn wurde als überbrückbar gesehen.

 

Die Fertigstellung der Kleingarten- und Kleintierzuchtanlagen seien bereits abgeschlossen, eine Bewerbung zum Jahr 1982 könne in Aussicht gestellt werden, so die Meinung der beiden OBs Gruber und Brumme 1978.


Leider kamen die Städte mit ihrer Idee nicht zum Zuge, so dass jede Stadt einzeln diese Schau (Sindelfingen 1990, Böblingen 1996) austragen durften.

 

 

Grüner Nordhang

Was heute auch noch in starkem Maße zum grünen Erscheinungsbild des Goldberges beiträgt, ist der unbebaute Nordhangbereich.

 

Mehrgeschossige Punkthäuser sollten nördlich der Dresdner Straße den Hang hinunter gebaut werden.

Ein Bebauungsplan war schon in Bearbeitung.

 

Für Sindelfingen erstmalig hat eine Bürgerbewegung dies verhindert. Es hieß:

"Der Goldberg wird zugepflastert"

"wo sollen unsere Kinder spielen?",

"Interessengemeinschaft Goldberg kämpft gegen Überbesiedlung".

 

 

S-Bahn ab 1985
1982 wurde der neue Bahnhof Goldberg eingeweiht.

24 Nahverkehrszüge in beiden Richtungen  hielten hier bis der S-Bahnbetrieb 1985 aufgenommen wird.


Heute schneiden die Autobahn und Bahngleise das Stadtgebiet im Süden ab und bilden eine fast undurchdringliche Grenzlinie zu Böblingen und dem nahe gelegenen Glemswald.


Auf mehreren Kilometern sind nur vier Durchlässe:

Einer davon am S-Bahnhof ist nur Bussen und Fußgängern vorenthalten und ermöglicht den Zugang in die südlich angrenzenden Waldgebiete und die Erholungseinrichtungen von Böblingen (Thermalbad und Sportanlagen).

 

Thomas Speer

(Aus der Sonderveröffentlichung der Sindelfinger Zeitung im April 2004)

 

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